Musik liegt in der Luft

musikalische Andachten über den Gartenzaun

An verschiedenen Stellen unserer Seelsorgeeinheit versuchen wir mit Menschen in den Seniorenheimen in Verbindung zu bleiben. Daraus entwickeln sich kleine Initiativen, unter dem Motto: "Musik und Gedanken über den Gartenzaun".

Mit den gehörigen Sicherheitsmaßnahmen und in enger Absprache mit den Heimleitungen werden diese Veranstaltungen durchgeführt. 

Mittwoch, 1. Juli in Affalterbach
Sich auf den Weg zu machen, sowohl zu unseren Senioren, als auch in Gedanken, ist uns ein Anliegen. So konnten die Bewohner des Kleeblattheimes mit den alten Wanderliedern: "Im Frühtau zu Berge" oder "Wohlauf in Gottes schöne Welt" mitgehen und mitsingen. 
Auch in der Bibel spielt das Sich-auf den-Wegmachen eine Rolle. So beim Buch Tobit, das eine wunderbare Wander- und Heilsgeschichte ist. Dankbar stimmten die Bewohner auch in die Lieder: "In mir ist Freude, in allem Leide" aber auch in den Lobpreis und das "Nun danket all" mit ein. Die musikalische Begleitung steuerte die Schulseelsorgerin Fr. Pflüger-Metz bei und brachte alle mit ihren Flötentönen in Schwung. Wir danken für die Gastfreundschaft und hoffen, dass wir auf diesem Weg auch den ökumenischen Kontakt halten können.  

Donnerstag, 18. Juni in Kirchberg
In ökumenischer Verbundenheit konnte man erneut bei strahlendem Wetter eine kleine Andacht vor dem Alexanderstift abhalten. Dieses Mal ging es um das Herzensjubeln, das aller Angst entgegengesetzt werden kann. Mit dem Lied: "Die güldene Sonne" bringt Leben und Wonne, wurde daran erinnert, dass Gott Menschen immer wieder gerade dann zur Seite gestanden ist, wenn es eng und bedrohlich wurde. Mit einer öffnenden Herzbewegung wurden die Bewohner animiert, Gott die Herzenstür zu öffnen und so viel Freude und Jubel aufzunehmen, dass man gut durch die kommende Zeit kommt.

Wir danken der Hausleitung und dem Pflegepersonal, dass es wieder ermöglicht hat, viele zu erreichen. Irgendwann wird es wieder möglich sein die Bewohner diekret zu besuchen. Bis dahin wird es immer wieder die Gottesdienste am Gartenzaun geben, die wir in ökumenischer Verbundenheit miteinander feiern

Kirchberg, Alexanderstift- Donnerstag, 23. April

Am Donnerstag konnten Diakonin Meinhardt-Pfleiderer und GR Schmitt eine solche Feier im Alexanderstift in die Tat umsetzen. Bei strahlendem Sonnenschein (zum Glück gab es Strohhüte seitens des Hauses) wurden Fenster geöffnet und die Bewohner auf der umzäunten Terasse nahe des Eingangsplatzes versammelt. Gemeinsam sang man mit Freude das Paul Gerhardt-Lied: "Geh aus mein Herz und suche Freud". Gerade dieses Lied, das so viel Lebens- und Sonnenfreude ausstrahlt, hat Paul Gerhardt in einer schweren Zeit der Trauer geschrieben, um Mut und Zuversicht zu bringen. Wenn Menschen in großem Leid solche Freude ausstrahlen können, dann müssen sie eine tiefe Kraftquelle haben, die auch heute noch tragen kann. Auch im Rilke-Gedicht mit den wachsenden Ringen oder den Gedanken von Peter Schott kam dies zum Tragen. Segen und Zuversicht konnten den Bewohnern zugesprochen werden und so stimmte man kräftig in die Lieder "In dir ist Freude in allem Leiden" und "Wer unterm Schutz des Höchsten steht" ein.

Für die Bewohner und das Pflegepersonal war die kleine Andacht eine willkommene Abwechslung und zeigte, dass geknüpfte Verbindungen nicht einfach abreißen, sondern mit Kreativität umgesetzt werden können. Die Gedanken von Peter Schott fassten das Anliegen der Andacht gut zusammen: "Rasant breitet sich der Frühling aus – schneller als Corona, farbiger als Corona, heilsamer als Corona. Jesu Auferstehung – diesmal in der Natur. Gott sei Dank. Halleluja". (Peter Schott)

 

Affalterbach, Kleeblatt- Donnerstag, 30. April
Gemeinsam mit Fr. Priester vom Kleeblattförderverein und der Schulseelsorgerin Fr. Pflüger-Metz brachte GR Schmitt den Bewohnern des Kleeblatthauses in Affalterbach musikalische und geistliche Grüße. Mit Liedern aus dem vertrauten Singbuch des Hauses und kleinen Impulsgedanken unterhielt man zum Thema: "Frühling". Pünktlich für diese halbe Stunde riß der Himmel auf und so lugte sogar die Sonne hinter den Wolken freundlich hervor.

Ob es nun im "Frühtau zu Berge" ging oder "das schöne Frühjahr" anfing, oder Heinrich Heines gute Gedanken "leise durchs Gemüt zogen", die Bewohner stimmten im Aufenthaltsraum immer wieder mit ein. Begleitet von Altflöte und Gitarre konnte man die bekannten Volkslieder mitsingen oder zumindest mitsummen. Texte von Phil Bosmans über rechten Trost; aber auch Gedanken zu einem "heilsamen Aufbruch" , ebenso wie eine Anleihe von Sabine Naegeli an den Vertrauenspsalm, verknüpften die Lieder mit einem roten Faden. Sich Gedanken zu machen ist gut vor allem, weil "sie frei sind" und helfen mit der Situation angemessen umgehen zu können.
Die Mitwirkenden sind dankbar für die Gelegenheit, ein bißchen Freude in den eingschränkten Alltag der Bewohner bringen zu können. Der abschließende Applaus war den Akteuren eine gute Bestätigung. Gern wiederholen wir ein solches "Hof-Konzert" bei einer anderen Gelegenheit, solange es noch nicht wieder möglich ist die freitäglichen Andachten im Haus wieder aufzunehmen.